Heilige Messe: Das Opfer Abels

KURS: Das Heilige Messopfer
Teil 1: Das Opfer Abels und Kains

von Jean Elizabeth Seah und Sr. Gabriela Wozniak

Das Heilige Opfer der Messe wurde in den Opfern des Alten Testaments vorgezeichnet, die eine mehrwertige Bedeutung hatten. Tier- und Pflanzenopfer wurden verwendet, um für Sünden zu büßen, Gott Danksagung und Anbetung anzubieten und Bündnisse zu schließen, die in die Gemeinschaft mit dem Allmächtigen eintreten. Die Messe als das wahre Opfer des Kalvarienberges ist die Erfüllung und Vervollkommnung aller zuvor dargebrachten Opfer.

Share on whatsapp
Share on twitter
Share on facebook
Share on google
Share on linkedin
Share on tumblr
Share on email
Share on print

Das unschuldige Blut

Das erste Opfer des Alten Testamentes ist das von Abel, der ein Hirte war. Er „bot dem Herrn, seinem Gott, mit wahrer Hingabe und als Anerkennung seiner Unterwerfung unter die göttliche Majestät, ein Schlachtopfer der Erstlinge seiner Herde an “ (siehe Genesis 4). Gott, der das Herz ansieht und die inneren Dispositionen der Menschen kennt, nahm sein Opfer an, das Opfer seines Bruders, Kain, lehnte er aber ab. Kain beneidete seinen Bruder Abel und tötete ihn. So war das erste aufgezeichnete Opfer mit der Vergießung von unschuldigem Blut verbunden, dem ersten Mord in der Geschichte der Menschheit. Ebenso bot sich Christus der gute Hirte demütig, treu, liebevoll und gehorsam als das vollkommene, makellose Lamm Gottes und das Erstgeborene der Schöpfung an. Seine Selbsthingabe war das Beste, was er dem Vater anbieten konnte. Er wurde gekreuzigt.

Das vollkommene Opfer Christi

In der Messe sind sowohl Abels als auch Kains Opfergaben sichtbar, die die Aufnahme der ganzen Schöpfung und der Menschheitsgeschichte in das Göttliche Opfer symbolisieren, das die Erde erneuert, die Sünde überwindet und uns ein neues, ewiges Leben schenkt. Kains Opfergabe aus den Früchten seines Gartens ist ein Prototyp jüdischer und katholischer Opfergaben von Brot und Wein, durch die wir Gott Seine eigene Schöpfung darbringen, unsere völlige Abhängigkeit vom Schöpfer anerkennen, schließlich Seine Großzügigkeit und die Güte Seiner Gaben loben. Wie Kain’s Opfergabe, die durch die Bewirtschaftung des Landes mit dem Schweiß Seiner Stirn erhalten wurde, wird unser durch das gemeinsame Werk der menschlichen Zivilisation beschafft. Abels würdiges Opfer ist darin erkennbar, was die Opfergaben von uns unwürdigen Sündern, die Opfer, die allein keine Erlösung verdienen können, in das vollkommene Opfer Christi, des Osterlammes, umgewandelt werden, das sowohl der göttliche Gärtner als auch der gute Hirte der Seelen ist.

Das rufende Blut

Wir lesen im Hebräerbrief:

Ihr seid vielmehr zum Berg Zion hingetreten, zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischenJerusalem, zu Tausenden von Engeln, zu einer festlichen Versammlung und zur Gemeinschaft der Erstgeborenen, die im Himmel verzeichnet sind; zu Gott, dem Richter aller, zu den Geistern der schon vollendeten Gerechten, zum Mittler eines neuen Bundes, Jesus, und zum Blut der Besprengung, das mächtiger ruft als das Blut Abels.“ (Hebr 12,24).

Der Verfasser erinnert hier der Gemeinde: Ihr seid erlöst! Ihr seid schon zum Heiligtum hingetreten!
Im Opfer Christi ruft nicht mehr unsere Sünde, nicht mehr das Blut Abels, das erste Blut, das von der Erde getrunken wurde.

Im Gen 4,10 heißt es: „Der Herr sprach: Was hast du getan? Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden“.  Für das rufende Blut des Abels verwendet die griechische Ausgabe des Alten Testamentes, die Septuaginta, das Wort φωνὴ – φωνέω heißt tatsächlich rufen, schreien; es hat etwas Dramatisches an sich. Dagegen spricht der Verfasser des Hebräerbriefes, das Blut Christi λαλοῦντι – es redet, es spricht. Das Reden des Blutes Christi ist also vollkommener als das Rufen, das Schreien des Blutes der Sünde. Das Blut Christi braucht keine lauten Töne, um die Kraft zu verdeutlichen. Das Sprechen des Blutes Christi ist mehr als das Schreien des in Folge einer Sünde vergossenen Blutes.

...Fortsetzung folgt!