Was bleibt in mir von ihm?

von Roberto Graziotto

Trento-Leipzig. Von 1978 bis Hans Urs von Balthasar’s Tod (1988) habe ich eine kleine, aber für mich entscheidende Korrespondenz mit ihm geführt. Eine „philologische“ Präsentation dieser Korrespondenz übersteigt zurzeit meine Kräfte, da die Briefe auf Französisch und Deutsch und per Hand geschrieben worden sind (die Originale befinden sich in der „Casa Balthasar“ in Rom und Kopien in dem Archiv in Basel und bei mir zu Hause). In diesem Artikel geht es nur darum folgende Frage zu beantworten: was bleibt in mir 40 bis 30 Jahr nach dem Erhalt dieser Briefe? 

Was soll ich nun tun?

Zuerst bleibt das Staunen, dass Balthasar es als wichtig empfunden hatte, einem unbekannten jungen Mann aus Italien (in der Peripherie von Turin) zu antworten – und das in einer Zeit, in der ich mich von der Kirche entfernte. Er antwortete aus dem Geist des Heiligen Ignatius und zwar in erster Linie als geistlicher Vater und nur sekundär als Theologe oder Philosoph, wobei auch in diesem Bereich die Briefe sehr relevant sind und nicht nur für mich. Im Jahr 1978 hatte ich Giulio Girardi in Turin kennengelernt, der von Paul VI sehr geschätzt war, der aber auf Grund seines Dialogs mit dem Kommunismus Wege gegangen war, die der Heiligen Vater damals nicht gutheißen konnte. Meine erste Frage an Balthasar war: was soll ich tun, um ein guter Christ zu sein? Arbeiter-Priester werden? Die Antwort – drei mit der Hand geschriebenen Seiten auf französisch – lautete, dass es nicht so wichtig ist, was ich tun will, sondern was Gott mit mir tun möchte. Der Brief enthielt auch die Frage, ob Gott, da er die Freiheit dem Menschen geschenkt hat, nicht überwältig werden konnte von dem Bösen in der Welt.  Balthasar sagte, dass das nicht möglich ist, da der Abgrund der Freiheit Gottes viel tiefer ist, als die Freiheit des Homo abyssus.

Ein Moment der Wahrheit

Ich hatte Balthasars Adresse von Francesco Coppellotti, der mein Philosophie-Lehrer in Turin war und der mit Henry de Lubac befreundet war, erhalten. Er hatte u.a. den „Atheismus im Christentum“ von Ernst Bloch übersetzt, ein Buch, das der Theologie Balthasars und de Lubac’s diametral entgegenstand. Ich lernte damals das Buch fast auswendig, wie auch die „Minima Morelia“ Adornos. Das kulturelle Urteil Balthasars war klar: es handelt sich um säkularisierten jüdischen Messianismus, der mich in meinem Leben nicht weiter geführt hätte (es sei denn, ich hätte eine ganz andere kulturelle Reife erhalten). Balthasar schrieb gar keinen seiner Briefen mit „captatio benevolentiae“ und nicht weil er autoreferentiell gedacht hätte. Zuerst sagte er von Bloch lediglich, dass dieser Autor ihn an den „wandernden Juden“ erinnert, der einen Sinn sucht. In der „Apokalypse der deutschen Seele“ sprach er von dem jungen Bloch und noch in der Theodramatik spricht er von ihm als eine „faszinierende Gestalt“. Also man kann sowohl in den Werken wie auch in „meinen“ Briefen nicht einen Balthasar finden, der nicht fähig wäre, in Dialog mit Positionen zu treten, die nicht den seinen entsprachen. Was Massimo Borghesi von Luigi Giussani sagt, gilt auch für Balthasar: Es sind Autoren, die eine gewisse Legitimität der Moderne erkannt haben und zwar eine „kritische Legitimität“ und die in keiner Weise als Integralisten (Fundamentalisten) zu beurteilen sind. In Herrlichkeit III,1-2 zeigt Balthasar, wie er fähig ist, alles zu „integrieren“, alles was einen Moment der Wahrheit hat. Wenn er dann zum Schluss in meinen Briefen von Bloch als einen „bösen Mann“ spricht, ist das als eine Hilfe für mich zu verstehen, für meinen persönlichen Weg, der eine „Form“ gesucht hat, der in Bloch oder Adorno nicht zu finden gewesen wäre.

Den Weg erspart man nicht

Noch weniger in Theologen alla Mode wie Hans Küng, der vom Herzen des Christentums, laut Balthasar, nichts verstanden hätte. Dieses Herz schlägt in dem Johanneskommentar Adrienne’s von Speyer, die ich dann sehr tief, sobald ich Deutsch gelernt hatte, meditiert hatte – vielleicht das Buch, das mich am meisten beeinflusst hat und das ich heute noch reflektiere (auch in einer geschlossen Gruppe in Facebook). In jedem Vers des Evangeliums und des Kommentars konnte ich mich in einer tiefen Unterscheidung der Geister üben, um zu verstehen wer Christus ist und zwar für mich. Ich erinnere mich noch heute mit sehr großer Resonanz in mir, an den Vorschlag Balthasars: beten Sie in großer Demut: Herr, ich glaube, hilf meinem Unglauben (vgl. Mk 9). Die Briefe konnten der „unglücklichen Seele“ (Hegel) eines jungen Mannes, sogar einer „neurotischen Seele“ (wie Balthasar sich ausdrückte) den Weg in den Abyssus der Gottlosigkeit nicht ersparen, aber der Same wirkte, so dass ich ein Jahr vor seinem Tod den Weg zur Kirche wieder fand. Er freute sich wie sich nur ein Kind sich freuen kann, als ich ihm erzählte, dass ich 10 Tage der Exerzitien des Ignatius gemacht hatte. Aber nicht diese Exerzitien, wenigstens nicht sie allein, sondern die Begegnung mit ihm in Basel (und mit Cornelia Capol, die dann eine meiner besten Freundinnen geworden ist) brachte den Durchbruch: ich habe nie eine Sekunde gezweifelt, dass die Begegnung mit meiner Frau Konstanze, kurz nach dem ich Balthasar getroffen hatte, kein Zufall war. Er wusste, dass ich eine Form brauchte, aber noch mehr eine Begleitung meines Lebens: in Konstanze fand ich beides, Form und Begleitung.

Nur zwei Philosophen

In einer Postkarte schrieb Balthasar mir, dass er in Deutschland, wo ich ein Doktorat schreiben wollte, nur 2 Philosophen kenne, die er mir empfehlen könne: Robert Spaemann, bei dem ich dann tatsächlich angefangen habe zu schreiben und Ferdinand Ulrich, der dann vielleicht einer meiner besten Freunde geworden ist. Von Robert Spaemann habe ich gelernt, einige Themen der Moralphilosophie im Unterschied zwischen Dinge und Personen zu durchdenken. Von Ferdinand Ulrich das Geheimnis der Gratis Liebe, das das Sein in seiner Schenkung offenbart.

Wofür stehen Sie?

In einer der Briefe hatte ich Comunione e Liberazione kritisiert und zwar für das, was ich als politische Machenschaften dubiöser Art beurteilt hatte; Balthasar ließ sich nicht in die Diskussion hinein (ich war sehr jung und er wusste, dass diese Kritik, damals, nur Ausdruck meiner Unzufriedenheit war) und fragte mich lediglich: wofür stehen Sie, jenseits aller Kritik? Viele Jahre später, ich glaube 2010, fünf jähre nach dem Tod Luigi Giussanis und 22 nach dem Tod Balthasars konnte ich verstehen, betend am Grab Balthasars in Luzern, dass die Umarmung zwischen den beiden, die ich in den 80er Jahren in Rom gesehen hatte, während des vom Heiligen Johannes Paul II. gewollten Symposiums über Adrienne und nachdem Balthasar im letzten Vortrag das Kreuz als die Beichte der Sünden der Welt erklärt hatte, mich und meine Sendung  endgültig hervorgebrachte hatte. Als Philosoph kann ich nicht anders als Themen zu durchdenken und zu vertiefen, aber nur die Bindung an der Kirche cum et sub Petrum, ermöglich das Scheinen in unserem Leben von dem was einzig glaubwürdig ist: die Liebe, eine Liebe, die bis in die Formlosigkeit der Hölle hinabgestiegen ist, die sich aber auch immer in konkreten Freundschaften verifizieren lässt.   © Bildernachweis: Titelbild: Hans-Urs-von-Balthasar-Archiv; Bilder im Text: pixabay

Und das Wort ist Fleisch geworden!

Weihnachten, überall schöne Dekorationen, lächelnde Gesichter, Glanz, Glitzer und künstlicher Schnee. Dahinter viel Hektik, Stress und Vorbereitungen. Das Jesuskind feiert Geburtstag. Ja. Es handelt sich dabei aber nicht um einen süßen Familienfeiertag, sondern um den Einbruch Gottes in die Welt! Wir dürfen uns freuen. Es ist aber keine kitschige Kuschelfreude. Es ist die Gewissheit, dass wir erlöst sind.

von Prof. Dr. Anton Štrukelj

Teile es!

Das mächtige Kind

Die Menschwerdung Gottes ist ein so furchterregendes Geheimnis, daß man vor dem Unbegreiflichen, scheinbar höchst Skandalösen im Tiefsten eigentlich zu erschrecken hat. Paulus nennt dieses Geheimnis den Wahnsinn Gottes (1 Kor 1,18.21,23,25) und redet davon nur „in Schwäche, Furcht und viel Verzagtheit“ (ebd. 2,3).

„Was kann Gott bewegen“, fragt von Balthasar, „sein ›allmächtiges Wort‹, durch das er ›die Welt trägt‹ (Hebr 11,3), in unser Fleisch‹ zu senden, das weder eines tragenden Wortes mächtig ist noch das Gehör hat, das alltragende Wort verstehend zu hören? An den Engeln vorbei, die vielleicht davon etwas verstanden hätten (Hebr. 2,5), hat er seine abschließenden Schritte auf das ›Fleisch‹ zu gelenkt, nach Oetingers bekanntem und treffendem Wort: ›Leibliche Unzerstörbarkeit ist das Ende der Werke Gottes.“[1]

Die Sprache der Menschen

Weshalb wollte Gott ausgerechnet „Fleisch“ werden? Weshalb wollte er sich, wie Clemens von Alexandrien sagte, dieser Harfe „mit ihren tausend Klängen“ bedienen, um auf ihr und mit ihr zusammen Gott zu loben?

Der leibliche Mensch wird, nach Irenäus, in die Mitte des Alls gestellt als das kunstvolle Gebilde Gottes, das der Vater durch die Hände seines Sohnes und Geistes geformt hatte und das durch die ganze Heilsgeschichte hindurch der eine Dialogpartner Gottes bleibt. Wir wissen, wie sehr dieses in die Mitte der Welt exponierte, zarte, nackte, der Hegung bedürftige Wesen zerbrechlich und hinfällig ist. Man muss geradezu von „ungeheurer Versuchbarkeit“ des Menschen reden[2]. Aber die „kelchhafte“ Existenz des Menschen ist zugleich „zur Hineinaufnahme aktualer Erfüllungen nach oben hin offen“.

Balthasar sagt: „Die Sprache des Fleisches, die auch Jesus spricht, ist die Sprache des leiblich-geistigen Menschen, der als vergängliches, allseits bedürftiges und bedrohtes Geschöpf die Mitte der Schöpfung Gottes bildet und der zu anderen Menschen spricht. (…) Als konkreter Mensch, der Jesus ist, redet er anders und viel reicher, seine Sprache gleicht einer Orgel mit vielen Registern, und er wird nacheinander sich all dieser Register bedienen“.[3]

Man kann drei Hauptsphären unterscheiden: Jesus selber wird als der „Ausdruck“ (Hebr 11,3), als das „Bild“ (2 Kor 4,4; Kol 1,15) und als das „Wort“ (Joh 1,1f) bezeichnet. Diese drei Grundformen der Sprache werden ausreichend beschrieben. Aber in der Offenbarung Gottes geht es um viel mehr als um ein Problem der Sprache: Gott offenbart den Menschen durch seinen Sohn eine Tat, von der die erklärende Rede nur ein Teil ist. Diese allmächtige und „schweigende Tat“ hat den Vorrang vor allen gesprochenen Worten, denn er, der menschgewordene Logos, ist die personhafte Offenbarung Gottes. Deswegen darf nicht verwundern, daß Jesus dreißig Jahre verborgen gelebt und nur knapp drei Jahre gewirkt und gepredigt hat.

Der Ausdruck Gottes

Schon im Alten Testament besagt der Ausdruck „dabar“ für uns erstaunlicherweise sowohl „Wort“ wie „Sache“, „Begebenheit“, „Ereignis“. „Gottes Wort ist seine freie, souveräne, begnadende und einfordernde Tat… Mit der Macht einer Bombe kann ›der Herr ein Wort gegen Jakob schleudern, und dieses fällt auf Israel‹ (Jes 9,7)… Vom Alten Bund her ist eindeutig, daß die Bezeichnung ›Wort‹ für Jesus mehr meint als bloße Rede, vielmehr einen totalen ›Ausdruck‹ Gottes mit dem Schwergewicht auf einer herrscherlichen Tat“.[4]

Das Wesentliche an der Selbstaussage Gottes in Jesus Christus ist eigentlich die lebendige Wirklichkeit des Mit-Seins: Er ist Emmanuel, Gott-mit-uns. Die übergroße, erbarmende Liebe „zwang“ den Sohn Gottes, Mensch zu werden; und darin wurde die Menschenfreundlichkeit Gottes kund. Das Wort Gottes wird Fleisch, nicht um zu uns zu reden, sondern um unter uns zu „wohnen“ (Joh 1,14), wörtlich „sein Zelt aufzuschlagen“, in einer viel intimeren Weise, als dies mit dem Zelt in der Wüste geschah (Ex 25,8f). „Das Wundersame liegt in seinem Zu-uns-kommen (Joh 1,9), nicht in seinem Reden. Sein ›Fleischwerden‹ ist die wesentliche Aussage, auf die alles ankommt.

Freiheit und Versuchung

Die vollständige Realität der Menschwerdung ist auch im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Versuchung sichtbar. Der entscheidende Schlüssel für das Verständnis der Versuchungsgeschichte liegt im Gehorsam Jesu. Seine Sendung ist es, den Willen dessen zu tun, der ihn gesandt hat (vgl. Joh 4,33f). Jesus, der an der Realität „Fleisch“ Anteil erhält, kennt sie von innen her. Denn „er ist in allem ebenso versucht worden wie wir, ausgenommen der Sünde“ (Hebr 4,14; 2,18; 5,7). Das Wort „den Gehorsam zu lernen“ (Hebr 5,8) bedeutet, dass der Geist ihn in die innere Erfahrung dessen eingeführt hat, was für das „Fleisch“ Versuchung ist. Nur diese Erfahrung ermöglicht ihm die innere Erlösung des Menschen aus den Fesseln der Versuchung.

Weihnachten ist mehr als Christbaum, Leuchten und Familienfeier.

Weihnachten ist das erlösende Wirkung Gottes in die Welt.


[1] Theologik II, S. 155.

[2] Ebd., S. 209.

[3] Ebd., S. 225.

[4] Ebd., S. 261.

Theologie? Wer spricht da?

Teile es!

Die Geschichte der Theologie ist eine Geschichte der Diskussion. Jedes Dogma, jede Äußerung des Amtes in der Kirche ist eine Frucht langer Diskussion, manchmal heftiger Auseinandersetzung. Balthasar hat diese Kultur des Gesprächs gelebt. Sein Werk ist ein Gespräch.

von Pater Werner Löser SJ und Sr. M.Gabriela Wozniak SAS

Symphonie heißt Zusammenklang. Es klingt. Verschiedenes kling. Das Verschiedene klingt ineinander. (Hans Urs von Balthasar)

Orchester meint Menschen

Das Bild der Orchester meint die Menschengemeinschaft in ihrer unübersehbaren Vielfalt, in der aber doch auch eine verborgene Ordnung waltet, die sich freilich im Wesentlichen erst herstellen muss, bis dass sie am Ende der Tage durch die siegreiche Gnade Gottes aufstrahlt. Dass dies geschieht, darf erhofft werden. Die vielen Stimmen klingen schon. Ihre Träger sind die Menschen, unter ihnen die Christen. Zu einem Zusammenklingen kommt es nur, wenn alle aufeinander achten. Das verweist auf die Aufmerksamkeit im Gespräch miteinander. Einigen sind besonders wichtige Stimmen anvertraut. Aus ihnen ist das Woher und Wohin des Stückes besonders deutlich vernehmbar. Dies alles ist ein Bild für das Gespräch, in dem die Partner einander mitteilen. Von Balthasar hat sich immer als ein Partner im großen Weltgespräch verstanden. Er achtete auf die Stimmen, die größere oder kleinere Fragmendte der Wahrheit über den Glauben und die Hoffnung zu Gehör zu bringen berufen waren. Auf sehr viele Stimmen hat er gelauscht: die Stimmen der Heiligen, die Stimmen der Dichter und Maler und Musiker, die Stimmen der Philosophen, die Stimmen der Theologen. Im Gespräch übernahm er Einsichten anderer, im Gespräch übte er aber auch das Unterscheiden der Geister. Maßstab war dabei die Wahrheit, letztlich die Wahrheit, wie sie sich im Worte Gottes offenbart und ihm gezeigt hat.

Ständig im Gespräch

Der Kreis der Gesprächspartner von Balthasars war groß. Man fragt sich, wie es überhaupt möglich war, dass ein Mensch mit so vielen anderen das Gespräch suchen und aufnehmen konnte – in der Literatur: Homer, Aischulos, Sophokles, Euripides, Vergil, später Cervantes, Dante, Goethe, Claudel, Brecht und viele andere; in der Malerei: Dürer, Rouault, Hegenbarth, Fronius und andere; in der Musik: vor allem J.S. Bach, Mozart; in der Philosophie: Platon, Plotin, Hegel, Blondel, Nietzsche, Heidegger und sehr viele andere; in der Theologie: Irenäus, Origenes, Augustinus, Gregor von Nyssa, Maximus, Thomas von Aquin, Bonaventura, de Lubac, Karl Barth und viele, viele andere; aus der Welt der Heiligen: Ignatius von Loyola, Therese von Lisieux, um nur die wichtigsten zu nennen. Zwischen ihnen allen stellt sich ein Zusammenhang ein. Stets soll dabei der Splitter des Denkens von Balthasars erkennbar werden, der sich mit den anderen auf eine Mitte hin ordnen lässt: den Grund der Hoffnung in Gottes Liebe.

Sprechen wir noch?

Man fragt sich heute: Mit wem spricht die Theologie? Eine oft wiederholte Meinung besagt: Die Theologen beantworten Fragen, die niemand stellt. Das mag natürlich sein. Daran merken wir, wie heute in der Theologie gesprochen wird: Aneinander aber nicht zueinander. Wir fliehen in die Gewohnheit der pauschalen Fragen, beschäftigen uns mit dem Zeitgeist oder suchen Dialog mit irgendjemand, der uns zustimmt. Balthasar suchte eine Symphonie mit der einen Mitte des Kreuzes. Was suchen wir? Haben wir noch den Mut, in die Tiefe zu gehen, zu reflektieren, wieder symphonisch zu denken? Der Geist Gottes ist kreativ und kommunikativ. Vielleicht ist die vorweihnachtliche Besinnung eine gute Gelegenheit, wieder in Dialog zu treten um die Schönheit des Geheimnisses der Menschwerdung wieder heller aufkommen zu lassen.